Darüber muss ich erstmal nachdenken…

11-Nachdenken

Tja, wie fange ich an. Es gibt so Situationen im Leben, da winden wir uns wie ein Aal um die Antwort herum. Nur um ja nicht das eine Wörtchen mit vier Buchstaben sagen zu müssen, denn dann

meinen wir vielleicht, nicht okay zu sein. Was ganz direkt und pauschal schon mal als absoluter Quatsch abgetan werden kann. Aber trotzdem…

So, Butter bei die Fische!

Nicht das es dich oder gar mich direkt betreffen würde 😉 neeein, niemals oder vielleicht höchstens mal ganz ab und zu. Aber wir alle kennen bestimmt eine bis mehrere Personen, die damit ein Problem haben. Mit dem NEIN sagen. Ach? Ja genau…

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Wann passiert’s gerne mal?

  • Deine Kinder tricksen dich mal wieder aus und leiern dir schon wieder einen Vorschuss auf ihr Taschengeld aus dem Portemonnaie, der natürlich niemals nicht verrechnet wird 😉
  • Du bist dir im Kaufhaus unsicher ob dir das Kleid, die Hose, die Jacke steht, die Verkäuferin bedrängt dich heftig, es stehe dir super und du sollst es unbedingt kaufen.
  • Du sollst mal wieder eine unangenehme Arbeit für eine Kollegin / einen Kollegen übernehmen.
  • Du wirst immer wieder um etwas gebeten, das du im Grunde gar nicht tun willst.
  • Es steht mal wieder ein Familientreffen mit allem Drum & Dran an und du weißt aus Erfahrung, es gibt am Ende wieder nur Streit.
  • Person X möchte sich schon wieder Geld von dir leihen, hat bis dato jedoch noch nie etwas zurückgezahlt.

Okay, jeden ereilt mal eine Bitte, die man wider besseres Wissen erfüllt. Nur hinterher geht es uns damit schlecht, weil tatsächlich hätten wir viel lieber deutlich NEIN gesagt. Ganz normal, passiert. Wenn du jedoch mehrheitlich JA sagst, obwohl du NEIN sagen willst, dann hast du ein Problem.

Und hier werden sie geholfen 😊 …

Erst denken, dann entscheiden!
Nimm dir Bedenkzeit, bevor du eine Entscheidung triffst.

Wenn dir so ein klares NEIN nicht so einfach über die Lippen kommt, greife zu einem Trick und bitte um Bedenkzeit. Das hat den Vorteil, dass du nicht sofort JA oder NEIN sagen musst. Klar, dem Bittsteller gefällt das nicht wirklich, aber du hast erst mal Luft. Formuliere deine Antwort vielleicht so:

Darüber muss ich erstmal einen Moment nachdenken. Ich melde mich so bald wie möglich und gebe dir Bescheid.

Oft genug kommt so eine Bitte zwischen Tür und Angel daher und genau mit dieser Überrumpelungstaktik kalkuliert dein Gegenüber. Sei schlau und verschaffe dir Zeit. Probiere es aus und du wirst feststellen, dass allein durch deine ‚Bedenkzeit‘ das eine oder andere Mal diese Bitte an dir vorübergehen wird. 😉

Wenn du wirklich darüber nachdenken willst, dann kannst du dir selbst ein paar Fragen stellen:

  • Möchte ich das überhaupt tun oder geben – oder ist es mir vielleicht zuwider?
  • Wie viel Zeit, Kraft, Energie und Lust habe ich gerade selbst dazu?
  • Was muss ich dafür eventuell bleiben lassen oder verschieben, wenn ich der Bitte nachkomme?
  • Wer bittet mich hier um einen Gefallen? Wie wichtig ist mir dieser Mensch? In welchem Verhältnis stehe ich zu dieser Person? (Vorgesetzter, Kollege, Freund, Verwandtschaft etc.)

Damit du im Fall der Fälle nicht in ein Blackout verfällst, kannst du dir obige Selbstfragen zum Beispiel auf einem Post-it notieren und entweder im Schreibtisch oder deinem Portemonnaie deponieren. Du kreierst dir so eine kleine Erinnerungsstütze.

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Warum ist das NEIN-Sagen ein Thema für dich?

Es gibt mehr Menschen als gedacht, denen es schwer fällt eine Bitte oder ein Anliegen abzulehnen. Die Gründe dafür können sehr unterschiedlich sein. Frage dich in einer ruhigen Minute, also nicht wenn gerade die nächste Bitte im Türrahmen steht, was es bei dir sein könnte.

Du traust dich nicht? Dir fällt keine Frage dazu ein? Prima, dein Verdrängungsmechanismus funktioniert schon mal einwandfrei 😉

Hier ein paar mögliche Fragen für dich:

  • Hast du vielleicht Angst, abgelehnt und nicht mehr gemocht zu werden?
  • Hast du eventuell Angst vor Konsequenzen, wenn du eine Bitte ablehnst?
  • Du willst nicht egoistisch oder herzlos wirken?
  • Du brauchst das Gefühl gebraucht zu werden?
  • Du hast Angst, etwas zu versäumen?

Was macht der Bittsteller mit dir?

Mal von den obigen Fragen, die in erster Linie mit dir und deinem bisherigen Leben zu tun haben, abgesehen, passieren im Moment der an dich herangetragenen Bitte noch eine ganze Menge unbewusst ablaufender Dinge. Viele Bittsteller haben regelrecht Strategien entwickelt um dich zum Ja-Sagen zu bewegen. Mögliche Strategien können sein:

  • Druck
  • Erpressung
  • Mitleidstour
  • Schmeicheleien
  • Schuldgefühle auslösen
  • Überrumpelung
  • und und und … deiner Phantasie sind hier (fast) keine Grenzen gesetzt

Also, Ohren auf und Intuition zulassen, dann erkennst du meistens die jeweilige Strategie und kannst entsprechend reagieren. Zum Beispiel so:

‚Im Moment fühle ich mich überrumpelt, weil du von mir unter Zeitdruck eine Entscheidung möchtest. Gib mir zehn Minuten und dann sage ich dir Bescheid.‘

‚Ich verstehe, dass es dir nicht gefällt, wenn ich jetzt NEIN sage. Ich möchte mir aber deswegen keine Schuldgefühle machen lassen.‘

‚Über ihr Lob freue ich mich natürlich sehr und trotzdem kann ich leider diese Aufgabe heute nicht mehr für Sie erledigen.‘
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Welchen Preis bist du bereit zu zahlen, wenn du ‚JA‘ sagst?

Mache dir ruhig mal klar, was es dich insgesamt kostet, wenn du zu oft ‚JA‘ sagst.
Mögliche Kosten für ein vorschnelles JA können sein:

  • Weniger Zeit, Kraft, Energie usw. für deine eigenen Vorhaben und Projekte oder für die Menschen, für die du viel lieber etwas tun würdest.
  • Sehr oft Stress, weil die zusätzlichen Aufgaben on top zu denen kommen, die du sowieso schon erledigen musst.
  • Dein Ärger darüber, doch wieder nachgegeben zu haben.
  • Vielleicht auch nach einiger Zeit so ein nagendes Gefühl, das du ausgenutzt wirst.

Darüber mal ernsthaft nachzudenken, sollte dich ordentlich motivieren, bei der nächsten Bitte standhaft zu bleiben oder zumindest häufiger einmal NEIN, statt JA zu sagen.

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Gib dir selbst die Erlaubnis, NEIN zu sagen

Sage es dir selbst immer wieder oder noch besser: Schreibe eine richtige Notiz an dich selbst, in der du dir ganz offiziell die Erlaubnis gibst, Bitten jeder Art ablehnen zu dürfen, wenn es für dich gerade nicht passt usw.

Denke daran, dass für du für jedes JA anstatt NEIN bei einer Bitte immer auch einen Preis zahlst. Dann fällt es dir vielleicht zukünftig leichter, auch mal an dich zu denken.
Niemand kann ständig für alle bereit stehen. Der Vorwurf, egoistisch zu sein, kommt schnell – aber gut für sich zu sorgen, ist kein Egoismus, das ist notwendige und wichtige Selbsterhaltung. Nur wenn du selbst genug Kraft und Energie hast, kannst du anderen auch etwas geben. Und es gibt ja durchaus auch Bitten, denen du gerne nachkommst.

Fazit: Du kannst, du darfst und sollst Bitten ablehnen, deren Umsetzung dir nicht guttun. Stichwort ‚Preis‘ 😉 Hast du ein Thema mit dem Wörtchen NEIN, dann stelle dir die obigen Fragen nach dem Warum und übernimm zunächst mal die Idee mit dem Aufschub und erbitte dir Bedenkzeit. Ansonsten gilt auch hier wie fast überall: Übung macht den Meister!

Ich wünsche dir eine ‚preisbewusste‘ 😉 Woche

 

Unterschrift

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